Nacht der Lichter im Dom
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Wortbrücke in die Domgemeinde, am Sonntag Judika, den 22.03.2026
Hebr.13,14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern wir sehnen die zukünftige herbei.
Liebe Gemeinde, unsere Geschichte fing schon vor über 2000 Jahren an, die Jesu Jünger Bewegung. Und es war alles andere als leicht. Jesus wurde gekreuzigt und trotzdem nahmen die Menschen durch Mut, Kraft und Glauben ihr Schicksal in die Hände und setzten etwas in Gang. Wir Menschen hier und heute können aus der Zukunft zurückschauen auf die Ereignisse von damals und wissen, warum Jesus den Tod am Kreuz starb. Die existenzielle Krise der Anhänger Jesu wurde ein Neuanfang. Sie blieben nicht in der Stadt Jerusalem, sondern machten sich auf in die Zukunft. Ihr Weg war unwahrscheinlich schwer und trotz aller Ungewissheiten, der Schmähungen, ihrer Ausgrenzung, waren die Jünger erfolgreich. Sie wurden sich immer sicherer, dass er trotzdem bei ihnen war.
Liebe Geschwister, ist es denn nicht so, dass gerade im Bruch, im Verlust von Gewissheiten eine Begegnung mit Jesus Christus möglich wird? Was sind eure Geschichten dazu? Ich weiß, ihr habt alle in irgendeiner Form diese Lebenseinbrüche erlebt. Mir ging es auch so, gerade dann kam mir Jesus ganz nah und ich spürte seine Hände auf den Schultern. Wir sollten diese Brüche nicht als Scheitern betrachten, sondern als Neuanfang. Die Jünger Jesu haben es uns vorgemacht.
Und ich denke auch an unsere Gemeinde als Ganzes, was bedeutet es für uns als Christen, die Krisen dieser Zeit zu meistern? Liegt nicht in Allem eine Chance des Neuanfangs? Jesus betont, dass nicht Positionen, nicht Macht oder Sicherheit das Reich Gottes prägen, sondern im Dienen aneinander, im Verzicht auf Dinge, die uns von Gott ablenken und in der Nachfolge Jesu erblicken wir sein Reich. Auch wenn ich wöchentlich die Botschaften von Kirchenaustritten, Vergrößerung der Kirchspiele und Zusammenlegungen der Kirchenkreise lese, geht doch die Reise mit uns Christen weiter! Was sind das denn für Probleme angesichts der zu meisternden Aufgaben der ersten Jünger? Lasst euch nicht vom Glauben abbringen, werdet nicht müde euch einzubringen in die Gemeinde, nehmt am Schicksal eurer Schwestern und Brüder teil, denn Jesus baut uns die Brücken dafür, in die zukünftige Stadt zu kommen.
Ihre Sybille Aumann
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