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Wortbrücke in die Domgemeinde, am 7. Sonntag, nach Trinitatis, 19.07.2026
Brot und Wein =Liebe
Wir sitzen eng beinander in der Berghütte in der Nacht, Freunde und Fremde, im Ofen knistert ein Feuer, es leuchten Kerzen, auf dem Tisch stehen duftend Brot, Butter und Speck, ein Krug mit Wasser und auch eine Flasche Wein. Wir freuen uns hier zusammen zu sitzen, das kleine Mahl zu genießen in der Hütte. Alles ist weit weg in dem Moment, die Stadt, die Hektik, die Sorgen, einfach nur da zu sein und zusammen essen und trinken. Wir sind still, man hört nur das Knistern, das Klappern des Geschirrs, das Kauen und Trinken. Es tut uns allen gut, wir waren den ganzen Tag unterwegs und sind froh hier in der Hütte angekommen zu sein. Ich schaue in die Runde und denke, wie beim letzten Abendmahl damals.
Dass es das letzte Abendmahl ist, ahnen die Jüngerinnen und Jünger damals nicht. Sie sitzen in der Runde zusammen, es gibt Brot und Wein, das Lamm duftet. Es wird erzählt und gescherzt, doch diese Nacht birgt Unheil, Jesus ist wohl der Einzige, der es ahnt. Auf den Straßen Jerusalems werden Stimmen laut: „Jesus, der Aufrührer!“ und „Er ist zu gut, das kann nicht wahr sein.“, bald wird es drinnen im Saal still. Jesus nimmt ein großes Stück Brot, bricht es und gibt es weiter und auch der Wein geht die Runde. Er spricht wirkmächtige Worte voller Leben dabei, ein Vermächtnis. „Liebt euch, wie ich euch liebe! Liebt einander mit ganzem Herzen!“
Das Brot hat uns gesättigt, voller Erwartung sehen wir uns an. Der Gedanke an jene Nacht in Jerusalem hat uns etwas dünnhäutig gemacht. Einer schenkt uns allen eine Runde Wein ein. Ein Glas steht unberührt da, für Jemanden der noch kommt? Das Glas ist für IHN, der da ist, unsichtbar und mächtig. Einer sagt: „Auf das Leben!“, ein anderer: „Auf die Liebe, auf die Liebe, die mehr als alles ist!“
Ich wünsche Ihnen eine behütete Sommerzeit, und bis bald!
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