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Hoffnung kann wachsen – auch unter widrigen Umständen
 

Wortbrücke zum Sonntag Jubilate (26. April 2026)

Jubeln?

„Jubilate – jubelt, freut euch!” So beginnt Psalm 66, der diesem Sonntag den Namen gibt. Passt das jetzt in unsere Zeit? Im Großen wie im Kleinen: so viele schlechte Nachrichten, die uns Sorgen bereiten. Krieg, Zerstörung, Teuerung – das erinnert an die apokalyptischen Reiter. Albrecht Dürer hat mit seinem Holzschnitt 1489 eine Bibelstelle illustriert aus dem letzten Buch der Bibel (Offenbarung 6,1–8), das inzwischen fast 2000 Jahre alt ist. Böse Zeiten gab es zu allen Zeiten.

Die Reiter stellen Personifikationen irdischer Mächte dar, die das Leben der Menschen bedrohen. Krieg und Zerstörung werden von Machthabern angeordnet. Teuerung (der Reiter mit der Waage) und Hunger sind Folgen, unter denen alle zu leiden haben, die unter die Hufe geraten.

Es sind von Menschen gemachte Katastrophen, auf die der Engel im Bild hinweist. Doch was Menschen an Bösem tun, das können sie auch sein lassen – im Großen wie im Kleinen. Eine Botschaft der Johannesoffenbarung ist, sich nicht auf die Seite des Bösen ziehen zu lassen. Es entsteht ein Teufelskreis von Gewalt und Unrecht, wenn Böses mit Bösem vergolten wird – auch das gilt im Großen wie im Kleinen. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem,“ lesen wir von Paulus im Römerbrief (12,21).

Zu sagen, einer allein kann ja doch nichts ändern, taugt nicht als Rechtfertigung dafür, nichts zu tun. Im Kleinen kann jede und jeder von uns etwas bewirken. Wir haben doch die Freiheit, uns für das Gute zu entscheiden! Und dann: lasst euch nicht entmutigen, wenn es nur in ganz kleinen Schritten und nur im eng begrenzten Umfeld voran geht. Seid dankbar für das, was gelingt. Freut euch auch an kleinen Erfolgen. Nehmt wahr, was es Gutes gibt. Dass es trotz allem Bösen auch Gutes und Schönes gibt, ist Grund zur Freude. Also doch: jubilate!

Augen für Schönes und Kraft zum Guten wünscht Ihnen

Ihre Prädikantin Helga Fiek