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17. und 18. Jahrhundert: Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen

Als das folgenschwerste Ereignis der älteren Geschichte Magdeburgs darf wohl der Dreißigjährige Krieg gelten.

Magdeburg, dessen Bürger und dessen Geistlichkeit sich als ausgesprochen überzeugte Protestanten erwiesen hatten, musste Schlimmstes befürchten. Und so kam es auch, und zwar am 10. Mai 1631: bei der Erstürmung und Brandschatzung der Stadt durch die Truppen des Generals von Tilly, nachdem die Bürgerschaft, angeführt von ihren Predigern, wochenlang eine Rückkehr zum alten Glauben verweigert hatte.

Mit dieser fast vollständigen Vernichtung der Stadt ging ihr gesamter mittelalterlicher Ruhm zugrunde. Bis auf wenige Häuser blieb nichts erhalten. Der Dom wurde beschädigt — unter anderem verlor er seine mittelalterlichen Buntglasfenster —, aber er wurde nicht zerstört. Denn in ihn hatten sich die letzten 4000 lebenden Magdeburger geflüchtet, und ihr Überleben mitsamt dem Dom gelang, indem der amtierende Domprediger Reinhard Bake vor dem heranreitenden Tilly seinen berühmten Kniefall vollführte.

In den folgenden Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts entstand langsam und mit Mühe das barocke Magdeburg, von dem in der nördlichen und östlichen Bebauung des Domplatzes noch ein Abglanz sichtbar ist. Am Dom selbst ist die Barockzeit fast spurlos vorübergegangen; nur eine mit reichem Figurenschmuck verzierte frühbarocke Orgel auf der Westempore erhielt er im Jahre 1604/05 von dem renommierten Meister Heinrich Compenius; sie blieb erhalten bis ins frühe 19. Jahrhundert. 1680 wurde das Erzbistum Magdeburg säkularisiert und als erbliches Herzogtum dem Herrschaftsbereich des Kurfürstentums Brandenburg angeschlossen. 1714 kehrte dessen Verwaltung von Halle (Saale) zurück nach Magdeburg und bezog die noch heute den Domplatz säumenden barocken Gebäude. Ihr Archiv wurde nach 1800 in den Klausurgebäuden am Kreuzgang des Domes untergebracht; es bildete den Grundstock des späteren Archivs der Königlich-Preußischen Provinz Sachsen und heute des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt.