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Wortbrücke in die Domgemeinde, 2. Sonntag nach Epiphanias – 18. Januar 2026

Dass der Wein erfreue des Menschen Herz

Sonntag geht es im Evangelium wieder nach Kana in Galiläa. Kana steht für kaufen, schaffen, gründen, schmecken, sehen. Und dort findet eine Hochzeit statt, die ihresgleichen in der Weltliteratur sucht. Wir nehmen beim Gottesdienst im Domremter an dieser Hochzeitsfeier teil und werden mit dem Speisemeister verwundert sein. Aus Wasser wird Wein. Je frommer die Maler, um so größer die Krüge auf ihren Bildern. Jesus ist ein beliebter Gast bei den Feierlichkeiten in Galiläa. Die Beliebtheit hat vermutlich nach diesem Wunder noch zugenommen. Interessant ist das Verhältnis zur Mutter. Der Evangelist erwähnt ihren Namen im ganzen Evangelium nicht. Nur durch die anderen drei Evangelisten wissen wir, dass sie Maria heißt. Die Mutter nötigt ihren Sohn. Auf einer Feier sollte ausreichend zum Trinken da sein, da gibt es ab 20 Uhr auch keinen Unterschied mehr zwischen Jugendweihe und Konfirmation. Erst recht nicht bei einer Hochzeit. Die früher HOCH-Zeit hieß.

Rainer Maria Rilke notiert in seinem Gedicht „Von der Hochzeit zu Kana“:
Aber da bei jenem Hochzeitsfeste,
als es unversehns an Wein gebrach, -
sah sie hin und bat um eine Geste und begriff nicht, daß er widersprach.


Es gibt die Offenbarung zur Unzeit. Aber es kommt alles ans Licht. Das Wunder geschieht schließlich doch. Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Die Hochzeit zu Kana ist das erste Zeichen im Johannesevangelium. Weitere werden folgen.

Domprediger Jörg Uhle-Wettler