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Wortbrücke in die Domgemeinde am Sonntag Kantate, den 3.5.2026
Ps 98 „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“
Liebe Gemeinde, wenn mir die Worte fehlen, um meine Freude auszudrücken oder ich glücklich bin, dann singe ich plötzlich vor mich hin, manchmal pfeife oder summe ich auch. Und neulich wurde mir bewusst, du singst ja, eigentlich tust du das doch nur, wenn du fröhlich bist. Es ist schon eigenartig, dass der Körper, die Seele, es viel früher spüren als Du selbst. Ich bin fröhlich, glücklich, gut gelaunt.
Da ich nun schon 6-fache Omi bin, habe ich schon einigen Erfahrungsschatz auf dieser Ebene gesammelt. Meine Enkeltochter, die sonst durch das Stillen zum Einschlafen kommt, kann ich mit Singen und Summen in den Schlaf führen. Es beruhigt die Kleine einfach. Aber warum nur hat Gott uns Menschen diese Gabe geschenkt? Ist es nicht erstaunlich, dass unserer Stimme drei Oktaven geschenkt worden, obwohl wir zum Sprechen nur eine Quinte bräuchten? Gott wusste, wie schnell wir uns fürchten. Wir Menschen sind nicht gern allein, vor allem nicht in Gefahr. Daher spricht uns Musik an, sie kann uns beruhigen und ablenken, sowie entspannen. Genial! Ich habe immer Freude am Singen, auch im Kindergottesdienst, ich treffe allein nicht immer den richtigen Ton, aber mit den Kindern zusammen klappt es immer wieder. Wenn die Orgel spielt und mein Nachbar im Gottesdienst mitsingt, bin ich glücklich, weil das Singen uns zusammenhält. Was für ein Gottesgeschenk sind doch unsere Stimmen! Zurzeit bin ich in New York auf auf einer kleinen Urlaubsreise. Die Menschen hier gehen immer schnell von A nach B. Es heißt, wenn Du plötzlich stehen bleibst, kann dies Folgen haben. Also sollte man immer nur rechts an den Häusern gedrückt, langsam gehen oder stehen bleiben. Das ist total anders als bei uns in Deutschland. Jedoch vor sich hinsingende oder summende Menschen trifft man oft. Sie scheinen in dieser Stadt, die niemals schläft, laut Frank Sinatra, glücklich zu sein. Ich komme lieber wieder zurück, denn ich vermisse natürlich meine Familie. Und ich glaube, wenn ich zu Hause angekommen bin, singe ich wieder ein Lied …, natürlich auch dem Herrn.
Bleiben Sie behütet und singen Sie kräftig diesen Sonntag, egal wo sie gerade sind.
Ihre Sybille Aumann.
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