|
Wortbrücke zum Pfingstsonntag (24. Mai 2026)
Pfingsten … unvorstellbar
Nach seiner Auferstehung war Jesus noch 40 Tage bei seinen Freunden – sichtbar, hörbar, greifbar.
Dann verschwand er vor ihren Augen. Himmelfahrt. Aber er hatte versprochen, einen Tröster zu schicken.
Wie mögen sich seine Freunde diesen Tröster vorgestellt haben?
Nach nochmal zehn Tagen war es so weit: in das Haus in Jerusalem, in dem sie saßen, fuhr ein Brausen vom Himmel,
und Zungen wie von Feuer setzten sich auf jede und jeden von ihnen. Ein hörbarer Effekt: sie begannen, in fremden
Sprachen zu reden „wie es der Geist ihnen eingab.“ (Apostelgeschichte 2, Vers 4)
Sturm im Haus und Flammen auf den Köpfen, plötzliches Reden in fremden Sprachen (ohne KI!) – diese
Wirkungen des Heiligen Geistes kann ich mir so wörtlich betrachtet nicht vorstellen. Aber das kennen wir ja
auch aus anderen Bereichen der Religion. Selbst wenn es traditionelle Bilder gibt wie z.B. für Engel, so halten
wir doch nicht wirklich nach Flügeln Ausschau. Trotzdem erkennen wir es, wenn uns im Alltag ein Bote Gottes begegnet,
ein Engel, der uns tröstet oder hilft. Und trotzdem erfreut mich mein Glasengel im Sonnenglas jeden Tag und erinnert
mich an die Zusage Jesu, bei uns zu sein – auch wenn wir ihn wie den Heiligen Geist nicht sehen oder hören.
Eigentlich unbegreiflich.
Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, ist bei uns ein traditioneller Tag für die Konfirmation. Wer als kleines
Kind getauft wurde, kann jetzt selbst bekräftigen (das heißt nämlich confirmare), was Eltern und Paten bei
der Taufe stellvertretend gesagt haben: das Bekenntnis zu Jesus – Bruder der Christen weltweit, die in allen Sprachen
von ihm hören können – seit dem ersten Pfingstfest.
Also: frohe Pfingsten!
Ihre Prädikantin Helga Fiek
|