Fotoquelle: Google —Maurice Denise „Le Paradis“ 1912,Musée d‘Orsay
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Wortbrücke zur Domgemeinde am 1. Sonntag nach Trinitatis, den 07.06.2026
Joh 4,21: „Dies Gebot haben wir von ihm, dass wer Gott liebt, dass der auch (seine Schwester und) seinen Bruder liebe.“
Liebe Geschwister, das ist die Nächstenliebe, wie Jesus sie uns ans Herz gelegt hat. Die Apostelgeschichte, welche diesen Sonntag ausgelegt wird, beginnt sogar mit folgenden Zeilen: „32Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.“ Mein Gott, denke ich da, paradiesische Welt, und schmunzele. Von einer schönen heilen Welt wird berichtet, ja, vielleicht war es auch so, für einen kurzen Moment in der Geschichte der Christenheit. Können Sie sich noch daran erinnern, als der Geist Gottes sie ganz gewaltig durchfuhr? Bei mir war es unglaublich schön, fast schwebte ich und konnte dann später gar nicht fassen, dass es auch in unserer Gemeinde Konflikte gab. Ein Herz und eine Seele sein- das ist eine Momentaufnahme. Eine wunderbare Zeitspanne, in der wir wirklich nichts zu meckern haben. Und immer wieder versuchen wir uns auf den Weg zu machen und diese Momente, die die ersten Christen beschreiben, wahr werden zu lassen. Das ist wohl der kleine Unterschied zu dem Rest der Welt, der uns Christen ausmacht. Wir glauben daran, dass dies möglich ist. Wir sind mit Sicherheit genau, wie alle anderen Menschen, mit ihren Schwächen und Fehlern, jedoch machen wir uns immer wieder bewusst, wenn wir die Worte Gottes an uns heranlassen, dass eine andere Sicht auf den Nächsten hilfreich ist. Einer muss ja beginnen, und das hat ER getan. Vor ca. 2000 Jahren ging Jesus zu den Menschen und erzählte ihnen vom Reich Gottes. Mit seinen Jüngern, ihre Zahl wuchs Tag für Tag, versuchte er diese Welt auferstehen zu lassen. Und als die Apostel und die ersten Christen vom Heiligen Geist erfasst wurden, da hatten sie die Kraft und die Liebe untereinander.
Ich träume von einer Kirche, in der wir Menschen die Geistesgaben Gottes nutzen. Es wäre schön, wenn aus dem Ich und dem Du ein WIR wird. Wenn Menschen begreifen: Mein Leben ist genauso wertvoll wie deines. Wir haben unterschiedliche politische und kulturelle Einstellungen und checken trotzdem, in unseren Adern fließt das gleiche Blut, unsere Herzen sind gleich verletzlich. Wir brauchen nicht aufeinander mit Worten oder Fäusten einschlagen. Lasst uns lieber das wahre Leben suchen. Dort, wo uns etwas verbindet, werden Kriege sinnlos, wird Frieden unter uns.
Ihre Sybille Aumann
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