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Wortbrücke zum 10. Sonntag nach Trinitatis (24. August 2025)

Gottes Schöpfung ist bunt

Schwarz-weiß-Fotos können sehr reizvoll sein. Schwarz-weiß-Malerei im übertragenen Sinn ist einfältig, weil sie die Vielfalt der Welt nicht abbildet, nicht mal die vielen Graustufen, die auf guten schwarz-weiß-Fotos schön zu erkennen sind.

An diesem Wochenende enden in Magdeburg die Aktionstage zum Christopher Street Day. Dabei wird in unterschiedlichen Formaten auf die nötige Gleichbehandlung queerer Menschen hingewiesen. Man muss die Kostümierungen beim Umzug nicht schön finden. Das ist Geschmackssache. Auch Karneval, Fußball, Rockmusik und vieles andere gefällt nicht allen. Wir Menschen sind eben verschieden. Aber die Unterschiede lassen sich aushalten.

Im Evangelium des Sonntags hören wir, wie Jesus nach dem höchsten Gebot gefragt wird (Mk 12,28-34). Er antwortet, dass Gott zu lieben und seinen Nächsten zu lieben gleichermaßen die höchsten Gebote sind. Damit bekräftigt er ein Gebot aus dem Ersten Testament (Lev 19,18). Dass mir mein „Nächster“ gefallen oder sympathisch sein muss, wird nirgends gesagt.

In der Bergpredigt hören wir von Jesus ausdrücklich, dass die Nächstenliebe sogar für die Feinde gilt (Mt 5,43-47). Zusammengefasst wird das in der „Goldenen Regel“: behandelt andere so, wie ihr selbst behandelt werden möchtet (Mt 7,12).

Lassen wir uns also messen am Wort und am Beispiel Jesu. Anstatt andere Menschen auszugrenzen, sie zu verurteilen oder zu verspotten sollten wir uns fragen „Was würde Jesus sagen? Was würde Jesus tun?“

Bleiben Sie in aller bunten Vielfalt behütet und gesegnet!

Ihre Prädikantin Helga Fiek